Kafa on the road – reloaded

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde von Kafkaontheroad – Lords, Romans, Countrymen: Dieser Blog ist jetzt drei Jahre alt. Darüber freue ich mich sehr. Er wird von mehr als hundert Menschen gelesen, worunter sich eine erhebliche Anzahl von Katzenliebhaberinnen und Hobbyköchen befinden. Seid willkommen.

Vor drei Jahren sagte mein kluger Freund Thomas: Schreib mal einen Blog und dann schau mal nach ein- zwei Jahren. Du wirst dich wundern, wie sich das, was du schreibst verändert hat. Recht hatte er.

Und zur Feier des Tages enthülle ich das lang gehütete Geheimnis:

Wie mein Blog zu seinem Namen kam.

Es war eine Fahrt von Berlin nach Freiburg in einem geliehenen Auto mit meiner Tochter, die  mich (die Fahrt, nicht die Tochter) meine wenigen verbliebenen Nerven kostete. Daraus wurde einer der ersten Blogbeiträge. Heute würde ich weniger paranoid und weniger dramatisch schreiben. Und vielleicht bin ich weniger paranoid und einfach ein wenig gelassener – wäre ja ein schöner Erfolg.

Aber überzeugt euch selbst. Hier die kafkaeske Geschichte im ungekürzten Original:

 

Kafka On The Road

Flughafen Berlin-Tegel, morgens früh um Sieben. Ich habe ein Auto gemietet. Ich will meine Tochter mitsamt dem komprimierten Inhalt ihrer Berliner Teenagerhöhle in ein Studentenwohnheim in Süddeutschland verfrachten. Es ist ein herrlich sonniger Herbsttag.  Doch in meinem Herzen ist Finsternis.

Ich habe Angst vor anonymen, übermächtigen Institutionen. Nicht vor der NSA oder dem MAD – wieso sollten die sich für mich interessieren? Aber wenn ich im Internet einen Mietwagen buche, online, also ohne mit einem Menschen gesprochen zu haben, dann ist es mir, als begäbe ich mich in die Hände einer riesigen bösartigen Organisation, ein Moloch mit 1000 hinterlistigen unqualifizierten, unwilligen Mitarbeitern, die nichts anderes im Sinn haben, als sich das Leben leicht und mir schwer zu machen. Sie nehmen einfach mein Geld, schicken mir eine PDF. Und dann stehe ich am Schalter und es stellt sich heraus, dass das alles nichts gilt, dass meine Buchung nicht im System ist und die feisten Angestellten stellen sich dumm. – und ich stehe da, weiß nicht was ich machen soll und mein Geld bekomme ich nie wieder zurück…

Ehrlich gesagt ist mir das noch nie wirklich passiert. Eigentlich ist immer alles gut gegangen, mal abgesehen von dem Kleinbus, damals in Heidelberg, der plötzlich eine Delle im Dach hatte, aber das ist eine andere Geschichte…. Selbst in der Türkei haben sie unser verdrecktes Auto, das wir im fliegendem Wechsel fünf Minuten vor dem Abflug abgegeben haben anstandslos zurückgenommen. Aber was heißt das schon? Gleich heute kann die Bosheit des Systems zuschlagen – und du bist für immer erledigt!

Ich bin fast pünktlich, aber nervös. Ich wollte schon vor einer halben Stunde anrufen, dass ich 10 Minuten zu spät komme- keiner geht ran. Drei Mal habe ich den Lageplan der Autovermietung nachgeschaut. Aus einem unerklärlichen Grund sieht es für mich so aus, als sei Vermietungsstation am Berliner Flughafen eine abgelegene Baracke, die quasi unauffindbar, ganz weit weg vom Flughafen liegt. Das machen sie extra, damit nur Eingeweihte und erfahrene Reisende sie finden. Und wer nicht pünktlich erscheint, dessen Auto geben sie ganz fix jemand anderem. Das steht bestimmt in einer ganz klein gedruckten Einverständniserklärung, die ich irgendwo angeklickt habe – und dann kommt es, wie ich es schon immer befürchtet habe: Das Auto ist weg und meine Tochter steht mit ihren Kartons und Plastiktüten voller  H&M Kram im Regen und schimpft mich einen Dummkopf. Bin ich ja auch, hätte ja alles lesen können. Aber das Buchen im Internet ist mir so unangenehm, dass ich es möglichst schnell hinter mich bringen will…

Natürlich interessiert es niemand, ob ich zu spät komme. Kaum bin ich am Flughafen, werde ich geblendet von Wegweisern zur zentralen Autovermietung. Eine Treppe runter und ich bin da. Wären ja auch schön blöd, wenn sie es anders machen würden. Wollen ja Geld verdienen, schließlich. Warum ist mir das nicht vorher eingefallen? Also jetzt vor dem Schalter: Vor mir lässige Nordeuropäer mit ihrem souveränem Englisch -Weltreisende -whow. Ich bin noch ganz klein vor Neid, als mich die adrette Frau hinter dem Schalter heranbittet. Ruck zuck geht das. Schon habe ich ein Vertragsformular vor der Nase, dass ich in dem blinden Vertrauen unterschreibe, dass die geschäftige Freundlichkeit der Frau für den Bruchteil einer Sekunde in mir geweckt hat. Jetzt habe den Autoschlüssel in der Hand und gleich um die Ecke steht der Wagen. Ein nagelneuer Golf. Den darf ich jetzt haben.

Wenn ich nur wüsste, wie ich ohne Kratzer aus dem Parkhaus komme. Und dann die Stadt und erst die Autobahn! 19 Jahre habe ich meine Tochter mit Liebe beim groß werden begleitet, und jetzt setze ich leichtfertig ihr Leben aufs Spiel. Soll ich ihr nicht lieber eine Zugfahrkarte kaufen und ihre Wohnungseinrichtung mit einer Spedition hinterherschicken? Mit einem richtigen Lastwagen und Leuten, die richtig fahren können?

Die ganze Fahrt lang passierte: Nichts! Mit jedem Kilometer wuchs die Zuversicht. Bald flog ich mit 160 dem Süden entgegen. Töchterchen hatte das iPhone angeschlossen und den Navi programmiert. Ich folgte der süßen, verständnisvollen Stimme und meine Beifahrerin lobte meine entspannte Fahrweise. Angekommen in Freiburg lief alles super. Das Zimmer war schön, die Sachen schnell verstaut, und schon am ersten Abend feierte meine Tochter mit einer Flasche Campari beim Zimmernachbarn, während ihr alter Vater auf der Iso-Matte schlief.

Doch das System konnte mich nicht vergessen haben – das wußte ich. Unweigerlich nahte der Tag, da ich das Auto wieder abgeben musste. Noch stand es vor der Tür, im frischen Lack und unbeschädigt. Doch wer weiß, was am nächsten Tag noch alles geschehen würde? Ich würde in die Stadt fahren, in der winzigen Innenstadt einen Parkplatz finden müssen und die Unversehrtheit meines Gefährts im Gewühl gegen hunderte unberechenbare Autofahrer verteidigen müssen. Und dann die Rückgabe! Einige Kratzer waren schon im Übergabeprotokoll vermerkt, aber sicher würde der akribische Bedienstete der Vermietung mehrfach um das Fahrzeug zirkeln, weitere Schäden entdecken, um sie mir dann unter zu schieben. Ich fragte mich, ob ich einen guten Anwalt kenne, mir fiel aber keiner ein.

Golden schien die Herbstsonne auf mein makelloses Auto, als ich schweißgebadet auf den Hof der Vermietung fuhr. Sauber stellte ich es in Blickweite des Vermietungsbüros ab und ging tapfer durch die Tür, um mich der Übergabeprozedur zu stellen. Mit halbem Auge linste ein junger Landenschwengel hinter seinem Computer hervor. „Schlüssel und Papiere bitte.“ Pflichtschuldig reichte ich ihm das Gewünschte. Drei, vier Klicks später murmelte er: „Alles ok, vielen Dank“ und wollte nichts mehr von mir wissen. Benommen verabschiedete ich mich und torkelte ins Freie. War’s das jetzt? Das kann doch nicht alles gewesen sein? So viel Vertrauen habe ich mir immer erträumt, aber nie für möglich gehalten. Glückliches Baden Württemberg! Ist im Süden wirklich alles entspannter? Soll ich nicht einfach hier bleiben?

Mein Glücksgefühl währte nur kurz. Schon in der Straßenbahn zum Bahnhof überlief es mich siedend heiß: Ich habe ja gar nichts in der Hand! Kein Übergabeprotokoll, kein Nachweis, dass ich das Auto überhaupt abgegeben habe. Der Jungspund hatte mich übers Ohr gehauen, war jetzt wahrscheinlich mit dem Auto schon über die französischen Grenze und verscherbelte es dort um sich dann hinterher dumm zu stellen: „Ein Auto? hab ich nie gekriegt.“ Nur mit äußerster Anstrengung gelang es mir, nicht die Notbremse zu ziehen. Und ich weiß bis heute nicht, was mich davon abgehalten hat, im Laufschritt zurück zu rennen, um mir von der Vermietung eine gesiegelte Urkunde ausstellen zu lassen, die mir amtlich bescheinigt, dass das Auto wieder wohlbehalten in den Händen seines Eigentümers ist, und dass ich an keinem Schaden Schuld trage.

Es hätte mir alles nicht genutzt. Denn ich hätte wissen müssen, dass sie es mir nicht so einfach machen. Ich hatte ganz vergessen, dass das Grausame im System nicht mit Absicht, sondern aus Dummheit begangen wird.

Eine Woche später war immer noch kein Zeichen da. Keine Abrechnung, keine Mail, nichts. Ich hielt diese brennende Ungewissheit nicht mehr aus. Ich wollte wissen, was mit dem Auto war und wie viel ich jetzt zahlen muss. Ich hatte schon gegoogelt, was ein neuer Golf kostet und überschlagen, wie viel von meinem Ersparten ich wohl schnell dafür zusammenkratzen könnte. Immer wieder hatte ich die Webseite der Vermietung besucht. Sie versprach mir höhnisch jedes mal, dass ich schon nach 48 Stunden meine Rechnung herunterladen könne, doch nie konnte sie eine Rechnung finden. Natürlich, die feisten Gesellen in der Zentrale wollten ihren Triumph auskosten. Sie wussten, dass ich nichts in der Hand hatte, um mich gegen ihre dreisten Forderungen zu wehren, die sie jetzt genüsslich in die höchsten Höhen schraubten würden. In meiner Not rief ich die Hotline an.

Warteschleife, Knacken, dann eine Begrüßung in einem Deutsch, das die Weiten des Ostens klingen ließ. Sie sitzen also im Osten,… (wo sich ja immer die Zentralen des Bösen verstecken). „Ihre Rechnungsnummer bitte, forderte die dunkle Frauenstimme. Dann Tastaturgeklapper, Straßengeräusche. Wo war ich? Mit wem sprach ich? „Ihre Rechnung ist noch nicht fertig, kam es mit dem harten Akzent von der anderen Seite der Leitung, „es gibt da ein … Problem.“  Es durchfuhr mich, als hätte ich statt des Telefons ein Starkstromkabel in der Hand. Ich war zum Problem im riesigen, weltumspannenden Netz dieses Unternehmens geworden, und ich wusste, wie solche Organisationen mit Menschen umgehen, die ihnen Probleme machen. „Welches Problem?“ fragte ich zaghaft. „Ich kann das heute nicht mehr klären, kam die ebenso zaghafte Antwort, „wir sind in Ungarn und es ist Feiertag. Wir schicken Ihnen morgen eine Mail.“ Ungarn also. War das die neue Filale von „Russisch Inkasso“? Ich hatte noch 24 Stunden Zeit, in denen ich mich entscheiden konnte, ob ich vor den bezahlten Häschern fliehe, oder ob ich mich einfach tot stelle und auf die winzig kleine Chance hoffe, dass das System mich vergisst….

Ich habe nie eine Mail bekommen. Ich habe auch nie eine Rechnung bekommen. Nach zwei Wochen erhielt ich einen kleinen Brief, dessen Absender ein Briefzentrum in Belgien war. Er enthielt einen Verrechnungsscheck über 70 Euro.

Jetzt warte ich darauf, dass das System merkt, dass es sich geirrt hat. Sie werden mich nicht vergessen – das weiß ich.

 

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Mysterious Machine

Foto

Dass ich bei diesem Bild sofort an Mann und Frau und Trennung denken muss, liegt nicht daran, dass ich zur Zeit bei allem an Mann und Frau und Trennung denke, sondern an der Geschichte, die mir der derbe Verkäufer vor vielen Jahren zu dieser Maschine erzählte, bevor ich sie aus seinem Antiquitätenladen mit dem vor Understatement strotzenden Namen „Just Junk“ für 20 schottische Pfund in unseren „Kunsttransporter“ lud, der nichts anderes war als eine klapprige weiße Kasten-Ente, die einem Holländer gehörte und deswegen auch einen kontinentalen Linkslenker hatte und die er mir und meinem Freund, der gerade aus Indien zurückgekommen war, und der dabei ein so kantiges Gesicht bekommen hatte, dass die Frauen ihm zu Füßen lagen, uns, die wir seit Jahren nur Fahrrad fuhren, in verantwortungsloser Weise anvertraut hatte um einige seiner klobigen Skulpturen (heute malt er kleine Miniaturen) von Edinburgh nach Maastricht zu transportieren.

Diese Geschichte, die er uns mit der Herablassung eines überlegenen Unterdrückten erzählte, weil sie von Engländern handelte, bei denen, so habe man ihm erzählt, es als größte Liebesbeweis eines  Ehegatten gegenüber seiner Gemahlin gelte, wenn er sie vor der morgendlichen Toilette, noch im Bett schlummernd mit einer Tasse frisch zubereiteten Tees überrasche, diese Erzählung sparte nicht mit hämischen Bemerkungen über die närrischen Sitten der ungeliebten Besatzer Schottlands, sondern war auch gefüllt mit Spott darüber, wie diese Sitten mittlerweile verkommen seien, da nämlich nun der englische Gentleman eine Maschine ersonnen habe, eben jene, die er mir gerade für einen lächerlichen Preis überlasen habe,  die ihm, dem Engländer, das mannhaft frühe Erwachen abnähme, indem sie mittels eines simplen Wippenmechanismus in Verbindung mit einer elektrischen Uhr das Wasser im Kessel zu einer vorgegebenen Stunde zur Wallung bringen würde, auf dass es sich in die Kanne ergieße, die nun, seufzend unter dem neuen Gewicht, die Wippe nach unten drücke, was die Stromzufuhr im Kessel sofort unterbräche.

Auch an dieser Stelle fehlte es der Erzählung nicht an derben Zoten über die allbekannte Prüderie in den Schlafzimmern jenseits des Hadrianswalls und den fehlenden Qualitäten englischer Liebhaber. Endgültig unvergesslich aber machte er mir die Geschichte, als er mich hoch erregt an der Schulter packte und grob schüttelte um mir leiblich zu demonstrierten, wie allmorgentlich der unwillige Gatte unter dem infernalischen Weckton und den grell blinkenden Lampen der Maschine seiner Frau ins Ohr brüllte „Love wake up, tea’s ready!“

Solcherart feixend (Ya know, mate! Ya know, mate!) gab er mir die Maschine in die Hand, die ich, damals ein bis zur Selbstaufgabe treuer Verehrer und Sammler sämtlicher Relikte des untergegangenen Empires, auf Händen nach Hause trug, nachdem wir den wackligen Transporter, in dem wir hunderte von  Kilometern Linksverkehrs nahe des Straßengrabens überlebt hatten, dem Holländer wieder zu treuen Händen ließen. Stolz präsentierte ich das Wunderwerk aus elfenbeinfarbenem Bakelit auf einem Ehrenplatz in meiner Küche und versäumte es nicht, zu festlicher Gelegenheit meinen ratlosen Besuchern die Funktion des dampfenden und blinkenden englischen Meisterwerks zu präsentieren. Natürlich nicht, ohne dazu die deftige Geschichte des alten Schotten zu erzählen, was bei den Herren zur Erheiterung und bei den Damen zu grämlichen Gesichtern führte. Irgendwann, nein nicht irgendwann, sondern genau an jenem Tage vor sieben Jahren, als ich mit der Mutter meiner Kinder in die schöne helle Wohnung zog, aus deren dunklen Keller ich sie neulich bei meinem Auszug wieder ans Licht brachte, verlor sie ihren Ehrenplatz. In der gemeinsamen Küche war nurmehr Platz für einen „Thermomix“, ein Gerät, dessen Versprechen auf universelle Glückseligmachung der Frauen  künftigen Generationen ähnlich skurril anmuten wird, wie jene Mechanisierung der englischen Ritterlichkeit, die ich, wieder auf Händen, durch die Trödelläden rund um die Malplaquetstraße im Wedding trug, um sie jedem anzudienen, der mir noch ein paar Euro dafür gäbe. In meiner neuen Wohnung will ich Neues sehen. Das Verherrlichen alter Zeiten ist vorbei.

Die „Teasmade“, so ihr simpler englischer Name steht jetzt in einem der neuen Künstlercafés am Leopoldplatz. Wenn ich den Umzug hinter mir habe, gehe ich mal hin, und erzähle dem Barista ihre Geschichte.

 

True Colors (Kleine Fluchten II)

Bunt

Einfach mal weg. Wieder unter Leute. Nicht am Sandkastenrand sitzen und nicht mit abgehobenen Wohnungsvermietern telefonieren (Nein, der Fußboden gehört nicht zur Ausstattung, den müssen Sie selber legen.). Raus aus Berlin. Ein bisschen Leichtigkeit. Weiter Himmel… Und schon stolpere ich über ein Angebot für die Documenta in Kassel. War ich noch nie. Will ich mal hin. 179 Euro für eine Übernachtung mit Tagesticket. Wunderbar. Erst als ich die Fahrkarten dazu buche wird mir klar, dass ich gerade dabei bin, 300 Euro für einen Tag in Kassel zu verballern. Und weil ich, neben vielen anderen,  auch unter akuten Verarmungsängsten leide, seit ich Unterhalt zahle und mir die Mietpreise anschaue, schelte ich mich einen Narren und schlafe schlecht. Aber am anderen Tag bin ich froh, die Mutter meiner Söhne beherzt vor vollendete Tatsachen zu stellen und einfach in den Zug zu springen. Dabei den aktuellen Spiegel, eine Streuselschnecke und die vage Aussicht auf ein bisschend Dösen im Großraumwagen. Hat bisher noch immer geklappt.

Kassel empfängt mich mit grauem Himmel. Als ich den griechischen Tempel sehe, der aus verbotenen Büchern gebaut wird, als ich die Leute sehe, die zwischen den Säulen herumstromern, fühle ich mich ein bisschen an die fröhliche Stimmung erinnert, die bei der Reichstagsverhüllung von Christo 1995 in Berlin herrschte. Das Gefühl beim Entstehen von etwas Großem und Wichtigem dabei zu sein. Und als ich sehe, dass einer auch ein Mickey-Maus-Heft an die Säulen geklebt hat, muss ich zum ersten Mal grinsen. Hier sind Leute mit Sinn für Ironie. Hier bin ich richtig.

Das Hotel ist totaler Luxus (… beruhigt die Nerven, singt Anette Humpe). Sauna im 13. Stock, weißer Bademantel. Auf der Freiterasse weht der Wind wie auf einem Ozeandampfer und die feuchten, fettgrünen Berge am Horizont dampfen gleich mit. Und je kleiner die Welt unter meinen weißen Frottelatschen wird, desto sicherer werde ich, dass ich mir das alles redlich verdient habe: hier und heute. Zum Abendessen kleide ich mich um. Im dezent abgedunkelten Restaurant sprechen ein paar Paare gedämpft in italienisch und polnisch. Der Blick in die Karte verrät mir warum. Die Vorspeise kostet so viel wie ich sonst für einen ganzen Abend ausgebe. Leise frage ich die Kellnerin, ob das in meinem Pauschalpaket drin ist, ob ich frei wählen kann? Sie huscht nach hinten und kommt nickend zurück. Ich weiß, dass das nicht stimmen kann, aber egal: wenn sie’s sagt. Was kostet die Welt? Ich gehe in die Vollen. Und ganz Weltbürger weise ich sie streng zurecht, als sie versucht mir Salat mit der geräucherten Forelle  gleichzeitig mit dem Teufelsbarsch an Wildreis zu servieren. Ihre Chefin kommt und entschuldigt sich. Obs noch was Süßes zum Abschluss sein darf? Großzuügig nehme ich die Entschädigung an. Ich lese gerade ein Buch über Politiker, die durch ihre Privilegien abheben. Geht ganz schnell, merke ich als auch schon die sauertöpfische Oberkellnerin kommt und nach meiner Zimmernummer fragt. Da sei wohl etwas schief gelaufen. Bedauernd hebe ich die Augenbraue. Wir einigen uns darauf, dass ich wenigstens die Getränke selbst zahle. Innerlich verbuche ich das unter: Ich habe etwas geschenkt bekommen. Etwas, was ich mir selber nie gegönnt hätte. Das ist lange nicht passiert. Mein kleines Abenteuer beginnt mir zu gefallen. An Schlaf ist natürlich nicht zu denken. War der Wildreis zu wild, die Laken zu weiß, das Bett zu leer?  Auf jeden Fall finde ich mich morgens um 7 auf der Auslegeware wieder. Meine Methode, festen Boden unter die Füße zu kriegen, wenn der Kopf Kapriolen schlägt.

Die Kunst kann mich mal. Benommen fahre ich zum Tempel und reihe mich aus lauter Trägheit in eine geführte Gruppe ein. Der schmächtige Bursche, dem ich hinterher laufe weist sich schon durch seinen Shabby Chic (so würde das meine Tochter nennen) und die gewagten Farbkombinationen als Kunstfreund aus. Und was er alles zu erzählen weiß – über die Kunstwerke und die Griechen, die hier im Mittelpunkt stehen und die vielen Interpretationsmöglichkeiten. Ein belesener Mann. Er macht nur den Fehler, am Ende offene Fragen zu stellen. „Und was sehen Sie bei diesem Werk?“ Das hätte er nich machen sollen. Das löst bei mir den „Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was-Reflex“ aus. Ich muss die Hände in die Tasche stecken, um nicht mit den Fingern zu schnippen. Meine Mitschüler müssen mich gehasst haben. Aber meine Lehrer auch. Am Anfang gebe ich ja immer noch Antworten, von denen ich weiß, dass sie ins Konzept passen. Aber irgendwann fange ich an, in einen kleinen Wettkampf einzusteigen: Wer weiß mehr? Als wir bei dem Panzer landen, der aus lauter Sitzkissen zusammengesetzt ist und der Führer fragt, welchen Bezug das zur Stadt Kassel hat, lasse ich lässig ein „Henschel-Werke- heute Krauss Maffei“ fallen. Das nimmt er noch auf . Aber als ich ihn darauf hinweise, dass die Tarnmuster der Kissen aus verschiedenen Nato-Armeen stammen, ernte ich einen leidenden Blick und ich merke, dass ich wieder überzogen habe. Aber immerhin bin ich jetzt wach! Und mein Interesse ist geweckt. Ich laufe herum, komme mit den Leuten ins Gespräch. Alle sind freundlich und zugänglich. Und wenn nicht über die Kunst, kann man übers Wetter reden, wenn man eine Viertelstunde im strömenden Regen vor der neuen Kunsthalle um Einlass wartet. Bin ich ein kluges Kerlchen, dass ich an den Regenschirm gedacht habe. Und herrlich, was es alles zu entdecken gibt. Videos, in denen Mönche singen, knallbunte Masken kanadischer Indianer und Griechen, Griechen, Griechen. Einer hat die Ornamente aus den orthodoxen Klöstern in ein Video gepackt, das er auf den Boden der Kunsthalle projeziert. Wunderschön. Und was machen die Besucher draus? Eine soziale Skulptur. Beuys, dessen Geist und dessen 6000 Eichen hier munter gedeihen, lässt grüßen. Die Teenies nehmen den Platz in Beschlag, lassen sich vom bunte Licht überfluten und machen, was sie immer machen: Selfies. Und nachdem sie auch ihre Eltern unter die Beamer gezerrt haben, fasse ich Mut. Heißt es nicht bei Beuys, dass jeder ein Künstler ist? Also einer Besucherin meine Kamera in die Hand gedrückt und runter unters Licht. Ich gefalle mir so bunt. Ich hätte da liegen bleiben können – und schlafen, schlafen, schlafen.

Angekommen (Kleine Fluchten I)

Gestern noch durch tiefe Schluchten geflitzt. Mich selbstvergessen in enge Kurven gelegt, bis der Himmel zwischen den Bäumen durchkam. Den Drehzalmesser gequält, bis die Welle brach. Über sonnige Wiesen geschwebt, lächelnd, als König auf auf meinem weißen Ross. Nur mir stand es zu, die Pracht dieses Landes zu genießen. Und dann eingeschneist in den Stau auf der Autobahn. Hindurch zwischen den hitzeglühenden Porsches und den polnischen Lastwagen. Dem Mutigen eine Gasse! Bevor die Polizei mich erwischt, bin ich auf der Landstraße.

Heute Morgen dann beim Hausarzt: Ja, es ist die linke Schulter, bis zum Hals hoch. Beim letzten Mal war das nach zehn Massagen immer noch nicht weg. Ja, und wenn sie mir dann noch neue Einlagen verschreiben könnten. Ja, wegen der Knie, die tun sonst schnell weh, wenn ich in den Motorradstiefeln laufe. Der Arzt hat mich lange waren lassen. Hoffentlich schaffe ich noch den Termin mit der jungen Frau, die mir immer so gut die Hörgeräte anpasst.

Ich sollte das lassen, das mit den kleinen Fluchten.

 

 

 

Flieg, roter Adler!

Männer im Gras

Es ist in meinem Alter nicht mehr so leicht, richtige Männer kennen zu lernen. Frauen über 50 denken ja, es sei ihr Schicksal, es sei ihnen vorbehalten, darüber zu klagen, dass es schwer wird mit den Männern. Aber hat schon jemand einen Mann jenseits der magischen Schwelle gefragt?

Da war ich neulich zu einem Grillabend bei einem Freund eingeladen. Ich wusste schon ungefähr wer mich dort erwarten würde: Lauter handfeste Kerle, die mitten im Leben stehen und mit denen ich zusammen ein paar Spiele der letzten Weltmeisterschaft geschaut hatte. Nicht, dass ich mich im entferntesten für Fußball interessiere, aber manchmal tut es einfach gut, sich einen Abend lang über nix anderes zu unterhalten als über Bratwurst, Viererkette und Abseitsfalle, und dabei eine tiefe Verbundenheit zu spüren – als Mann unter richtigen Männern. Also hatte ich mich auch für diesen Abend kurz noch schlau gemacht, wer derzeit in der Bundesliga unten steht und was Union gerade so macht. Komm ich also rein, riech die Bratwurst schon, höre derbe Witze auf jedermanns Kosten und suche vergeblich nach alkoholfreiem Bier. Gibt keins – ein richtiger Männerabend. Da fängt dieser riesge 2-Meter-Schlacks neben dem Grill an, von Faust zu sprechen. Und wie sehr ihn die Aufführung gestern überrascht hätte. Ich denke, halt mal – der kann doch unmöglich das sechs Stunden Castorf-Abschiedsspektakel meinen. Den ganzen Volksbühnen-Quatsch, über die ich mich neulich schon beim Spargelessen mit einem Kumpel unterhalten musste, der mir sonst zuverlässig die verschiedenen Zündkerzensorten seiner geliebten englischen Motorräder aufzählt. Was ist hier los?

Ich meine, natürlich interessiere ich mich für Theater, aber das Geschrei der Volksbühne war mir schon vor 10 Jahren zu laut und danach fing das Leben an, mit mir Theater zu spielen für das ich keine Eintrittskarte brauchte. Ich wäre also bereit gewesen, auf Stammtischniveau über die Verschwendung von Steuergeldern, die Beleidigung des Publikums und das Geplänkel um Castorf zu lästern, um mich der Runde anzubiedern und schnell wieder zu den wirklich entspannenden Themen zu kommen. Aber denkste. Die ganze Truppe war gemeinsam ins Theater gegangen und kollektiv begeistert. Einer, Frank mit dem Pferdeschwanz, war sogar Profi – und so glücklich in mir jemanden gefunden zu haben, dem er einen halbstündigen Monolog zur Lage der darstellenden Kunst in Berlin halten konnte, dass mir plötzlich einfiel, dass ich morgens ganz früh raus musste.

Und was bleibt einem Mann, wenn die ganze Stadt plötzlich von Kulturschwätzern wimmelt? Richtig: Das platte Land. Dort wo der freie rote Adler fliegt – Brandenburg. Am besten mit dem Motorrad. Und noch besser ist es, in einer geschlossenen Ortschaft hinter einem Wohnmobil herzuckeln zu müssen – bis mir der Kragen platzt und ich kurz am Gasgriff drehe. „Das waren 85 km/h.“, sagt der stämmige Mann mit der schussicheren Weste, der von meinem Maneuver so beindruckt war, dass er mich am Ortsausgang gleich zu sich winkte. Doch statt mir mit kernigen, amtlichen Sätzen meine Verfehlung vorzuhalten ist er die Freundlichkeit in Person. „Also ich habe schon für sie die 10%  der Tachotoleranz abgezogen, aber leider wird für sie ein Ordnungsgeld übrig bleiben.“ Dass ich meinen Fahrzeugschein nicht bei mir habe, verzeiht er mir auch sofort und beim Losfahren wünscht er mir viel Glück mit dem Wetter. Ich glaube, wenn er die dunklen Wolken, die sich am  Himmel über mir zusammen ziehen, für mich hätte wegschieben können, er hätte es getan. Was ist mit den Männern los, wenn sich noch nicht mal mehr ein märkischer Polizist traut, wie ein Mann zu reden?

Im Briefkasten zu Hause wartet ein Brief meines Vermieters. Endlich eine 100-prozentige Garantie für kurze, knappe unfreundliche Sätze. Gleich reiße ich den Umschlag auf.  „… freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir Ihnen den beantragten Kellerraum ab sofort zuweisen können. Mit freundlichen Grüßen …“

Ich geb’s auf. Vielleicht liegt’s ja an mir.

 

 

„Danke für meine Arbeitsstelle…“

„… danke für jeden neuen Tag, danke, ach Herr ich will dir danken, dass ich danken darf.“

Der Kirchentag war in Berlin und hat einen großen Bogen um mich gemacht. Demütig hatte ich ein Zimmer für volle vier Tage zur Verfügung gestellt, aber keiner der müden Pilger wollte es haben. Nördlich des S-Bahn-Rings scheint für den bundesdeutschen Christenmenschen das Reich des Bösen zu beginnen. Deshalb verirrten sich nur selten  verängsitgte Grüppchen mit orangen Halstüchern in meine Gegend. Was auch wieder schön war, denn so konnte ich mir mit meinem Kleinen ein ruhiges, sonniges Wochenende machen, während die Christenheit im Zentrum der Haupstadt frohlockte.

Aber auch Montag ist ein Tag des Herrn. Und als ich mich früh im Sonnenschein mit dem Rad auf den Weg zur Arbeit machte fiel auch ich ganz plötzlich ein in den Lobpreis des Herrn, dessen Klang aus hunderttausend Kehlen noch in der Luft hing. Doch nicht für meine Arbeitsstelle dankte ich ihm, sondern für den Weg dorthin. Der ist ein wahres Gottesgeschenk.

Jeden Morgen 20 Minuten durch lindenbeschattete Altbaustraßen hin zum frisch gemachten Zeppelinplatz (der jetzt schon wieder gesperrt ist, weil die Ratten die Renovierung überlebt haben). Über den Campus der Beuth-Hochschule und durch den Kaffeeduft der Mensa, vorbei an den Cafes des schicken Sprengel-Kiezes,  ran ans Wasser des Nordhafens, unter der B 96 durch rauf auf den alten DDR-Grenzpostenweg der mitten durch den Invalidenfriedhof führt (unbedingt lesen: „Halbschattten“ von Uwe Timm, der hier den Totentanz des deutschen Militarismus inszeniert). Mitten durch zwischen Wirtschaftsministerium und Hamburger Bahnhof, rüber zu den Backsteinbauten der Charité, die freundlich ein Türchen im gußeisernen Zaun für Radler offen hält. Durch das dichter werdene Gewusel in der Luisenstraße vorbei am abgesoffenen Erweiterungsbau des Bundestages, Schulterblick nach rechts zur Fahne auf dem Reichstag. Rüber über die Spree. Vorsicht am Hinterausgang der französischen Botschaft, die morgens die Überreste ihrer vorzüglichen Kantine nach Landessitte in stinkenden Plastiksäcken auf den Radweg stellt. Geduldig die immer rote Ampel an der Ecke zum Brandenburger Tor abwarten (zu viele gelangweilte Polizisten, zu viele aufgeregte Touristen) durch die Poller  der seit dem Irakkrieg vor der britischen Botschaft gesperrten Wilhelmstraße und am Plattenbau-Restaurant  „Peking-Ente“ (vormals Reichskanzlei) links ab in einen kleinen Winkel hinter dem Supermarkt. Freundlich grüßen die Bauarbeiter, die mir den ganzen Tag mit frischem Mut ihren Lärm um die Ohren hauen werden. Und ich danke dem Herren, dass es ihm gefallen hat, mir auch an diesem Morgen diesen kleinen belebenden Ausflug zu schenken. Womit hab ich das verdient?

Sack Reis

Acht Grad Plus und Wolken können mir die Laune ja nicht verderben. Sitze vor meinem selbstverwalteten Bio-Laden mit einem Kaffee, der hier ausdrücklich Espresso mit Milch heißt und nicht Latte Macchiato, weil man ja der Gentrifizierung keinen Vorschub leisten will, lese die  taz und versinke in Nostalgie: 30 Jahre Mai-Krawalle in Kreuzberg. Schaue mir träge die Demo-Routen fürs Wochenende an und entscheide mich für die Fahrrad-Demo des DGB, weil ich da mit meinem Liegerad wieder viele freundliche Blicke ernten werde. Und wenn ich will, kann ich auch noch  am Samstag zu „Organize- Selbstorganisiert gegen Rassismus und Ausbeutung“ im Wedding gehen. Wie schön, wenn sich der Kampf gegen die Langeweile und der Kampf für das Gute in der Welt so wunderbar verbinden lassen. Meine Fahrradtasche ist vollgestopft mit besten Bio-Sachen. Weiter zu Türken-Markt schaffe ich es heute nicht mehr. Genug Frischluft, zurück nach Hause. In routinierter Virtuosität balanciere ich mein Fahrrad mit der seitenlastigen Tasche durch die schwere Gründerzeit-Holztür und bleibe stehn: Quer vor mir steht ein leerer Supermarkt- Einkaufswagen von EDEKA Fromm. Normlerweise stehen die immer draußen auf dem Gehweg, gefüllt mit irgenwelchem Unsäglichen gammeln sie dann ein paar Wochen vor sich hin, bevor sie dann so plötzlich verschwinden wie sie aufgetaucht sind. Ich weiß nicht wer sie herschiebt, ich weiß nicht wer sie abholt. Ich hab wechselweise die Alkis von der Trinker-Bude, die Türken-Kids aus der Schischa-Bar oder die Kiffer vom Kinderspielplatz im Verdacht -ist mir aber eigentlich auch immer egal gewesen. Aber jetzt fühle ich, dass es Zeit ist, die Sache in die Hand zu nehmen. Bürgersinn regt sich in mir. Das Ding muss raus, bevor die halbe Hausgemeinschaft ihren Sperrmüll da rein wirft. Draußen auf der Straße ist das mit dem Müll  ja ok, das schreckt die Schnösel ab, die die Mieten hier hochtreiben wollen. Aber hier, in meinem Hausflur – da ist die Grenze klar überschritten.

Ich wuchte mein Rad auf den wackligen Ständer, schnappe mir das Elendsgestell, und stehe schon halb damit in der Tür, als zwei erschreckte junge Frauen, na eher noch Mädchen, die Treppe runter kommen. Entschuldigung, Entschuldigung, wir hatten den Wagen nur mitgenommen, weil es uns zu schwer war, die Sachen vom Supermarkt heim zu tragen, jammern sie. Und ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Dass ich jetzt als Blockwart die Erstsemester-Mädchen zurecht weise, die, gerade dem behüteten Elternhaus entflohen, gleich beim ersten Mal erwischt werden, an dem sie versuchten ein bischen den Berliner Lebensstil anzunehmen. Oder ärgere ich mich , dass meine Feindbilder durcheinander geraten. Bevor ich mir klar werden kann, gibt’s ein dumpfes, klirrendes Geräusch und mein Fahrrad liegt auf der Seite wie ein sterbendes Pferd. Der Apfelsaft, denke ich, der ökologisch korrekt in einer Pfandflasche gekaufte Apfelsaft – und vielleicht auch noch die Eier. An die Tomaten will ich gar nicht erst denken. Ich stelle mir die Matsche vor, die sich jetzt in meiner Tasche breit macht. „Große Leiden machen alle kleineren gänzlich unfühlbar… und umgekehrt, bei Abwesenheit großer Leiden verstimmen uns selbst die kleinsten Unannehmlichkeiten.“ Das ist aus dem Buch „Die Schopenhauer-Kur“ von Irvin Yalom, das ich gerade lese. Ein Trost in allen Lebenslagen.

Oben angekommen schütte ich meine Einkäufe in die Dusche, rette was zu retten ist und ändere meine Pläne für’s Abendessen: Es gibt Rührei.