Berliner Poesie

Poeten

Julius Meinl ist eine österreichische Kaffeerösterei, die seit ein paar Jahren versucht, über die billige Berliner Bäckerkette Thürmann in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Wie wichtig den KuK-Poeten der Kaffee war wird aus dem Zitat von Franz Kafka deutlich: „Kaffee dehydriert (entwässert) den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.“

Und was fällt dem Berliner ein zu dem inspirierenden Türkentrank? Ein Verbot.

Jet nich – jibts nich- das ist der neue Sound der Berliner Back-Poeten.

Dabei gibt es auch eine großzügigere Berliner Tradition. Über den Ausflugslokalen der Kaiserzeit hing groß das Schild: Hier können Familien Kaffee kochen.

Oder die Bäckereien von Aschinger, in denen es zum Essen so viele Schrippen gab wie man wollte –  und in denen sich deshalb die halbe Berliner Boheme durchfutterte.

Grosszügigkeit ist der Honig, mit dem man Poeten anzieht, nicht Wiener Kaffee.

Dit wär doch mal wieder wat, ihr Thürmänner.

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7 Gedanken zu “Berliner Poesie

  1. In Franken gibt es das noch: Wenn du auf den Keller gehst, darfst du dein Futter selbst mitbringen. Nur die Getränke sollten dann vom Wirt gekauft werden. Da aber in der Regel beides sehr preiswert und gut ist, macht sich kaum jemand die Mühe.

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  2. Das gibt es überall. In D’dorf beobachtet, dass ein Vater seinem Kleinkind (schätzungsweise noch keine anderthalb) die irgendwo anders gekaufte Brezel wegnehmen musste, sonst wäre er nicht bedient worden. Bei größeren Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen kann ich das nachvollziehen, aber das war ein Schnullerkind. Man kann es auch übertreiben, so ein Kleiner verzehrt doch sowieso nichts, da wird also kein „Verlust“-Argument greifen. Und Kundenfreundlich ist das auch nicht

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    • Schon bitter, vor allem in einer Stadt wie Düsseldorf, die vor Geld stinkt.
      Wenn man in Berlin Großzügigkeit erleben will, muss man zu den Türken gehen- und zwar im armen Wedding. Ich hatte mal mein Geld vergessen und kramte in meinen Taschen noch zwei Euro zusammen, nicht genug für die Suppe, die ich schon gegessen hatte. Der Dönermann schaute mich an, hielt mich für einen armen Schlucker und machte eine Geste, die hieß: Ist gut, ich hoffe es hat dir gut getan.

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      • Ich wohne ja nun nicht direkt in D’dorf, ist nur die nächste große Stadt, und folglich ist mein Eindruck nicht der aller Qualifizierteste: Die halten sich als Stadt für besser als sie sind, relativ viel ist da letztendlich auch nur ein Dreckloch. Ich weiß nicht, aber kann man vielleicht ein bisschen mit Essen vergleichen „Hach, was sind wir toll“ und in Wirklichkeit… Ich weiß noch meinen Schock als ich von Heidelberg kam und in D’dorf (Nähe) landete. Ich hatte an Landeshauptstadt etwas andere Anforderungen (gut, als aus Münchner Familie bin ich verwöhnt.)

        Die, die am wenigsten haben, sind häufig die Großzügigsten (wusste schon Keith Haring), Walburga (ehemals Wedding) hatte da auch so ein paar Geschichten.

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